Gigon Guyer - Switzerland
Art Museum Winterthur Extension
Museumstrasse 52, Winterthur
1993 - 1995


In 1993 the architects Gigon Guyer won the competition for the long-planned extension of the Kunstmuseum Winterthur. Built in the form of an interim solution, the new rooms meet the spatial requirements for temporary exhibitions and the permanent exhibition of the extensive collection of the Kunstverein. The extension building is connected to the old main building of the museum, designed by Rittmeyer & Furrer, through the construction of a passerelle. The two-storey building is of a very simple layout. Downstairs there are the parking lots, above are the museum rooms. In form and material, the new extension strictly differs from the neighboring buildings, emphasizing the autonomy of the building.
As in the Kirchner Museum in Davos, the interiors are very simple to give full attention to the exposed art. The exhibition rooms do not try to stage themselves, rather they are to be regarded exclusively as places for art. They are simple, right-angled rooms, which are lit from above by the north-facing shed roof. The strategy typical for Gigon Guyer to use reduction as a means of architecture is also evident in the expansion of the Kunstmuseum Winterthur. Covering an area of ​​around 1000 square meters, the architects have divided the floor plan into a series of rooms of different sizes and proportions by means of a simple grid. The individual rooms are entered at various points on the museum tour, so that the visitor experiences the fine spatial differentiation. Three generously dimensioned windows allow views into the surroundings and serve for orientation. The extension is accessible to the visitor only through the old building. Passing through the museum rooms in the old building one reaches a transition area, which is completely clad with wooden fiber boards. In this area, a staircase and an elevater head down into the exhibition rooms of the extension.
The industrial appearance and construction is due to the financial conditions. Equally economical and rationally designed is the floor plan without circulation rooms and the consistent lighting system. Since all the museum rooms are located on one floor, all of them are supplied with the zenith light. A further advantage is the possibility of flexibly assigning the rooms to different exhibition groups. Avoiding the interior rooms to appear to be provisional, the building has the character of a provisional construction. This constellation resulted in a layered structure with usual durable and seamless materials used for the interior. In contrast, the exterior is characterized by additive, quick-mountable and recyclable elements of construction and cladding. The thermal insulation is made by using standard insulation cassettes, which are attached directly to the steel structure. These perforated and pre-galvanized elements are used as facades and as ceiling for the ground floor. The lightweight supporting structure with insulation is fitted with profile glass to the exterior, which serves as a weather protection and wraps all around the building like a veil. Paradoxically, the glass does not allow an insight, and only the art works in the foreground point to the use as an art museum. On the ground floor, the same glass profiles are used, leaving small air gaps between the profiles. This makes the parking spaces on the ground floor exposed to light and allows for ventilation. In addition, the museum building, which is suspended above the parking lots, is connected to the ground through these profile glazings. The shed roof is completely covered with galvanized steel plates. The inner construction is mostly solid and inserted into the supporting structure. The seamless large-area walls are formed by white gypsum walls, while the flooring is made by a floating hard concrete.

Den Wettbewerb für die seit langem beabsichtigte Erweiterung des Kunstmuseum Winterthur konnten die Architekten Gigon Guyer im Jahr 1993 gewinnen. Gebaut in Form eines Provisoriums, schaffen die neuen Räume die Voraussetzungen für Wechselausstellungen sowie für die permanente Ausstellung der umfangreichen Sammlung des Kunstvereins. Der Erweiterungsbau ist über eine Passerelle mit den Museumsräumen im Altbau von Rittmeyer & Furrer verbunden. Der zweigeschossige Baukörper ist denkbar einfach aufgebaut. Unten befinden sich die Parkplätze, oben die Museumsräume. In Form und Material setzt sich die neue Erweiterung von den benachbarten Gebäuden ab, und betont die Eigenständigkeit des Baukörpers.
Wie bereits beim Kirchner Museum in Davos sind die Innenräume sehr zurückhaltend gestaltet, um der Kunst die volle Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Die Ausstellungsräume versuchen sich nicht selbst zu inszenieren, sondern sind ausschliesslich als Orte für Kunst zu betrachten. Es handelt sich um schlichte, rechtwinklige Räume welche über durch das nach Norden ausgerichtete Sheddach Licht von oben bekommen. Die für Gigon Guyer typische Strategie, Reduktion als Mittel der Architektur einzusetzen, wird auch beim Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Winterthur offensichtlich. Auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern haben die Architekten den Grundriss durch einen einfachen Raster in verschiedene Räume von unterschiedlichen Grössen und Proportionen unterteilt. Die einzelnen Räume werden auf dem Museumsrundgang jeweils an unterschiedlichen Stellen betreten, so dass der Besucher die feine räumliche Differenzierung erlebt. Drei grosszügig bemessene Fenster erlauben Ausblicke in die Umgebung und dienen der Orientierung. Der Erweiterungsbau ist für den Besucher ausschliesslich über den Altbau zugänglich. Über die Museumsräume im Altbau gelangt man zu einem Übergangsraum, welcher vollständig mit Holzfaserplatten verkleidet ist. In diesem Bereich führt eine Treppe respektive ein Aufzug hinunter in die Ausstellungsräume der Erweiterung.
Der industrielle Erscheinung und Konstruktionsweise ist auf die finanziellen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Ebenso ökonomisch und rationell ausgelegt ist der Grundriss ohne Erschliessungsräume und die konsequente Belichtungsweise. Da sich alle Museumsräume auf einem Geschoss befinden, können alle zenitalem Licht versorgt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit einer flexiblen Zuordnung der Räume zu verschiedenen Ausstellungsgruppen. Ohne dass die Innenräume provisorisch erscheinen, weist das Gebäude in Konstruktion und materieller Beschaffenheit den Charakter eines Provisoriums auf. Diese Konstellation bedingte einen geschichteten Aufbau mit gewohnt dauerhaften und möglichst fugenlosen Materialien im Inneren. Im Gegensatz dazu wird das äussere durch additive, rasch montierbare und rezyklierbare Elemente der Konstruktion und Verkleidung geprägt. Die Wärmedämmung erfolgt mit handelsüblichen Isolationskassetten, welche direkt auf die Stahlkonstruktion befestigt werden. Diese perforierten und vorverzinkten Elemente kommen bei der Fassade als Deckenuntersicht des Erdgeschosses zur Anwendung.  Die leichte Tragkonstruktion mit Dämmung ist nach aussen mit Profilglas verkleidet, welches als Witterungsschutz dient und das Gebäude wie ein Schleier umhüllt. Paradoxerweise erlaubt das Glas keine Einblick, und lediglich die Kunstwerke im Vorbereich verweisen auf die Nutzung als Kunstmuseum. Im Erdgeschoss werden die selben Glasprofile verwendet wie darüber, wobei kleine Luftspalten zwischen den Profilen belassen wurde. Dadurch werden die Parkplätze im Erdgeschoss belichtet und belüftet. Zudem wird durch diese Profilgläser der über den Parkplätzen schwebende Museumsbau mit der Erde verbunden. Das Sheddach ist komplett mit feuerverzinkten Stahlblechen verkleidet. Das Innenleben ist mehrheitlich massiv in die Tragkonstruktion eingefügt. Die grossflächigen und fugenlosen Wände werden durch Gipsmauerwerk gebildet, währenddem der Bodenbelag als schwimmender Hartbeton ausgebildet ist.