Le Corbusier - France
Maison Guiette
Populierenlaan 32, Antwerp
1926 - 1927


Maison Guiette is one of the lesser-known works by Le Corbusier, and is considerd to be an early example of the international style. It was designed and build in 1926 respectively 1927 in Antwerp, Belgium. Finished only a short time befor the famous Villa Savoye in Poissy, Maison Guiette belongs to the category of the "white villas", which are characteristic for the early career of Le Corbusier. Maison Guiette became also known as Les Peupliers and was conceived as studio and living quarters for the painter and art critic René Guiette. For the young Franco-Swiss architect it was the first commission outside France or Switzerland. René Guiette had asked Le Corbusie to design his studio residence in Antwerp, after he had seen the 1925 Pavilion de L'Esprit Nouveau in Paris. This pavilion had been designed for the Paris Exposition des Arts Décoratifs, which is considerd to have been some kind of launchpad for the Art Deco movement. Maison Guiette consists of a subsoil, a ground floor, the first and second floors and a roof terrace on a third floor in the rear area. On the ground floor are to be found the living room, the kitchen and an office, while the bedrooms are on the level above. The top floor is mainly occupied by the studio, but contains another room, which was originally conceived as a nursery. The mentioned roof terrace is located above the nursery, and is recognizable at the rear side by the protruding balcony extending out above the staircase. Access to the roof terrace is made by a mezzanin within the studio. A vertical band of black-framed glazing indicates the staircase behind, which is located to one side of the building. As many houses in Antwerp, Maison Guiette is conceived for a long and thin plot. From the street it appears as a simple white block with a flat roof. The strikingly large window adorning the upper area of the front façade points to the studio of the painter behind it. The ground floor living spaces feature garden access, as it was asked for by the client. This prevented Le Corbusier to use his beloved pilotis with raised rooms, becoming a signature feature of his architecture. The interior of the house was painted in bright colours, with the intention to make the long and thin spaces appear more generous. In many of his later designs, Le Corbusier used similar colours.
This design by Le Corbusier is considerd to have been important for the evolution of Modernist architecture in Belgium. Today it is the last surviving building by Le Corbusier in Belgium, since his celebrated Phillips Pavilion at the Expo 1958 in Brussels was demolished. Over the time, Maison Guiette had a number of owners and was once inhabited by the Belgian fashion designer Ann Demeulemeester. She had restored the building in 1985 by the architect Georges Baines, and realized an extension next to it. In 1978 Maison Guiette became a protected monument, and in July 2016 it was inscribed as UNESCO World Heritag, as were several other works by Le Corbusier.

Die Maison Guiette ist eines der unbekanntesten Werke von Le Corbusier, und wird als ein frühes Beispiel des International Style betrachtet. Das Haus wurde 1926-1927 entworfen und in Antwerpen (Belgien) gebaut. Nur kurz vor der bekannten Maison Savoye in Poissy fertiggestellt, gehört die Maison Guiette zur Kategorie der "Weissen Villas", welche charakteristisch sind für die frühe Kariere Le Corbusiers. Die Maison Guiette wurde auch als Les Peupliers bekannt, und wurde als Atelier und Wohnhaus für den Maler und Kunstkritiker René Guiette konzipiert. Für den jungen französisch-schweizerischen Architekten war es der erste Auftrag ausserhalb der Schweiz oder Frankreichs. René Guiette hatte Le Corbusier mit dem Entwurf für sein Atelierhaus in Antwerpen beauftragt, nachdem er den Pavilion de L'Esprit Nouveau von 1925 in Paris gesehen hatte. Dieser Pavillon war für die Pariser
Exposition des Arts Décoratifs entworfen worden, eine Ausstellung, welche als eine Art Startrampe für die Art Deco Bewegung betrachtet wird. Die Maison Guiette besteht aus einem Kellergeschoss, einem Erdgeschoss sowie zwei Obergeschossen und einer Dachterrasse, welche sich im hinteren Bereich auf dem dritten Obergeschoss befindet. Im Erdgeschoss befinden sich der Wohnraum, die Küche und ein Office, während dem sich die Schlafzimmer im Stockwerk darüber befinden. Das oberste Geschoss wird hauptsächlich vom Atelier eingenommen, enthält aber auch einen weiteren Raum, welcher ursprünglich als Kinderzimmer gedacht war. Die erwähnte Dachterrase befindet sich über dem Kinderzimmer, und ist auf der Rückseite erkennbar an einem vorspringenden Balkon, welcher sich über die Treppe ausdehnt. Der Zugang zur Dachterrasse erfolgt über ein Mezzanin im Atelier. Ein vertikales Band von schwarz gerahmten Verglasungen verweist auf das dahinter liegende Treppenhaus, welches sich seitlich des Gebäudes befindet. Wie viele Häuser in Antwerpen ist die Maison Guiette für ein langes und schmales Grundstück konzipiert. Von der Strasse erscheint das Haus als ein einfacher, weisser Kubus mit flachem Dach. Das auffallend grosse Fenster im oberen Bereich der Frontfassade verweist auf das Atelier des Malers, welches sich dahinter verbirgt. Der Wohnraum im Erdgeschoss hat einen direkten Gartenzugang, wie dies vom Kunden gewünscht worden war. Dies verhinderte, dass Le Corbusier sein beliebtes Konzept mit Pilotis und angehobenen Innenräumen, welches zu einem Markenzeichen seiner Architektur wurde, anwenden konnte. Das Innere des Gebäudes ist mit leuchtenden Farben ausgemalt, mit der Absicht die langen und schmalen Räume grosszügiger erscheinen zu lassen. In vielen seiner späteren Entwürfen verwendete Le Corbusier ähnliche Farbkonzepte.
Diesem Entwurf von Le Corbusier wird grosse Bedeutung hinsichtlich der Entwicklung der modernistischen Architektur in Belgien zugemessen. Heute handelt es sich um das letze überlebende Gebäude von Le Corbusier in Belgien, zumal sein Phillips Pavilion der Expo 1958 in Brüssel zerstört wurde. Über die Zeit hatte die Maison Guiette zahlreiche Besitzer, und wurde zeitweise von der belgischen Mode Designerin Ann Demeulemeester bewohnt. Sie hatte das Gebäude im Jahr 1985 vom Architekten Georges Baines restaurieren lassen, und realisierte eine Erweiterung. Im Jahr 1978 war die Maison Guiette unter Denkmalschutz gestellt worden, und im Juli 2016 wurde das Gebäude als UNESCO Weltkulturerbe eingetragen, wie auch verschiedene andere Werke von Le Corbusier.